Einsatzbericht #32

Einsatznummer: 032
Alarmstufe 7: "Chemieunfall - Austritt gefährlicher Stoffe"
eingesetzte Mann: 40 (36 vor Ort // 4 in Zentrale FFB)
eingesetzte Fahrzeuge: Kdo, Tank 1, ASF, Lüfter, GSF, Last 2, Fzg 1, Fzg 2
andere HiOrgs: BF Bozen, FF Stegen, FF Brixen, FF Klausen, FF Milland, FF Vahrn, WK Bruneck, CC Bruneck, 113 Bruneck, Stadtpolizei Bruneck, BFI 7, AI 1, Vizebürgermeister Bruneck, versch. Landesämter

Genau 2 Wochen nach dem Austritt von Chemikalien in Sand in Taufers, kam es am 20.01.12 kurz vor 9.00 Uhr beim Milchhof Bruneck SENNI zu einem Chemieunfall. Durch die Mischung von 2 Säuren und einem zusätzlichen, noch unbekannten Stoff, kam es zu einer chemischen Reaktion, durch welche sich Giftwolken aus Nitrosegasen bildeten.
Unverzüglich rückten die Feuerwehr von Bruneck mit dem Gefahrgutzug  und die Feuerwehr Stegen aus.

Es musste die Evakuierung des Gebäudes durchgeführt werden. In Zusammenarbeit mit den Behörden wurde ein Sicherheitsradius rund um das Betriebsgebäude gebildet. Sofort wurde auch mit den Messungen der Luftreinheit im und rund ums Gebäude begonnen.
Die Feuerwehren konnten nur mit Vollschutzanzügen vorgehen und es mussten auch entsprechende Dekontaminationsmaßnahmen getroffen werden.

Gleich nach der ersten Erkundung durch einen Atemschutztrupp wurden zwei Wehrmänner mit Vollschutzanzügen in den betreffenden Raum vorgeschickt. Durch die extrem starke Reaktion der Chemikalien herrschte in den Räumlichkeiten Nullsicht. Deshalb wurden als erste Maßnahme die giftigen Dämpfe mit Sprühstrahl niedergeschlagen, bis der 2. Trupp vordringen konnte, um die Ursache für das Austreten der Stoffe heraszufinden.
Durch die Reaktion der 2 Säuren in einer Zisterne enstand eine große Hitzeentwicklung, die den Druck im Behälter ansteigen ließ, bis sich das Überdruckventil öffnete und die giftigen und ätzenden Dämpfe freisetzte. Teilweise wurden bis zu 80° C an der Außenwand des Behälters gemessen. Durch Kühlung mittels Strahlrohr wurde ein weiters Erhitzen verhindert und die chemische Reaktion im Inneren in Schach gehalten.

Eine Gefahr für die Kanalisation, die Gewässer und die Umwelt konnte durch den raschen Einsatz der Feuerwehr verhindert werden.
Für die Bevölkerung bestand keine Gefahr, jedoch mussten 2 Personen, ein Mitarbeiter des Betriebes und Feuerwehrmann, ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen bzw. ins Krankenhaus Bruneck gebracht werden.
Wenig später musste der Gefahrgutzug der Feuerwehr von Brixen (inklusive FF Klausen, Milland und Vahrn) zur Unterstütztung mit zusätzlichem Material und Einsatkräften, vor allem Vollschutzträger, angefordert werden.

Gegen Abend wurde die Entscheidung getroffen, die verbliebende Restflüssigkeit in Spezialbehälter umzupumpen. Der betroffene Bereich wurde nach den Pumparbeiten vollständig dekontaminiert. Dies zog sich bis in die Nachtstunden hinein, der Einsatz konnte erst um 02.30 des 21.1.12 vollständig beendet werden.

Insgesamt wurden mehr als ein Dutzend Vollschutzträger, ettliche Wehrmänner mit leichten Schutzanzügen und mehrere Atemschutzträger eingesetzt.

Die Zusammenarbeit der (geschätzten) knapp 200 Männer und Frauen der Feuerwehren, Behörden, Landesämter, Betriebsvorstände usw. funktionierte zu jedem Zeitpunkt herorragend und gilt besonders herauszuheben. Dazu allen ein herzliches Dankeschön!
(mt, lt, rw)

Bilder.

Chemieunfall SENNI Bruneck Chemieunfall SENNI Bruneck Chemieunfall SENNI Bruneck Chemieunfall SENNI Bruneck
Chemieunfall SENNI Bruneck Chemieunfall SENNI Bruneck Chemieunfall SENNI Bruneck Chemieunfall SENNI Bruneck
Chemieunfall SENNI Bruneck Chemieunfall SENNI Bruneck Chemieunfall SENNI Bruneck Chemieunfall SENNI Bruneck Chemieunfall SENNI Bruneck Chemieunfall SENNI Bruneck Chemieunfall SENNI Bruneck

Informationen zu den Stoffen.

Datenblatt Ericards: UN 2031

 

 

<<< zurück

ÜBERSICHTJANUAR
©2010 Freiwillige Feuerwehr Bruneck // LT
Mwst.Nr: 81007940216
Impressum